U 137v 

Annotations über Schwing

welches umb vorbemelte Zeit zugleich mit Voerbehn abgemeßen und Grentzet hieran - ist sonst allen umbstende nach belegen, wie von Vorben Erwehnet.

Schwing ist mit Trantow an Marten Kenecke verpensionirt und weiß nicht wie hoch dieses in Pension angeschlagen. Wie viel aber von beiden Gütern gegeben vide Trantower Describtion.

Allhie wohnt sonst keiner alß der schäffer ein freÿ Man, Die verwüsteten Baur Hoff stedten und wörde werden Nebst den acker alle nach Trantow begatet vnd genützet.

Vom Acker

Der Acker liegt in dreÿen schlägen, und ist zu jeden schlägen ein stück von den Voerbehnder - so sonderl. gut melirten acker ist zu gelegt. - imgl. ist noch der Brackschlag auch guten leimgemengten grundt; Rogken schlag ist theils gemengt theils Sandig. wie in der außrechnung deutlicher zu ersehen sein wirdt, durch gehends acker ein recht gut zu trägliches Feldt.

Wüsten Acker

Krutd allhie wan das dorff bebawet wurde ein zimliches außgerißen und in Cultur gebracht worden.

Wischen

Können allhie auch durch außrahden ziml. erweitert werden wie viel Hew itzo allhie zu werben wirdt in d. auß rechnung zu ersehen sein, so wirdt Nebst dießes auch anhero zu hiesige schäffereÿ, der beÿ Poggendorf gedachte von Löitz vor 5 fl. habende wieße, worauff jährl. 12 bis 14 Fuhder Hew könne geworben, begatet und ingeerndet.

Weide

Ist allhie ziml. Guth und könne allhie ein guth parthej Rindtvieh so woll schaffe geholten werden. Es wirdt allhie itzo nur 400 schafe geholten, können aber viell mehr - so woll geweidet alß außgefuttert werden. Die bemelte schaffe werden nur zu bedungung des ackers allhi geholten, Der acker bekombt auch sonst  U 138r  kein ander meist in Summa - Es könte dießes landt v. acker nicht höher genutzet alß wan bauren allhi wohnten vnd die wüsten Höffen in Voerbehn auff-gebawet, und wan Es denenselben nembl. denen Vorbehnschen Bauren hiezu gelaßen werden sie sich so woll mit Ihren Kindern zu auffbawung der dortigen alß hießigen wüsten Huefen leicht verstehen, und müchten sich wan Sie Es gewist und bestendig versichert würden, ein Grösseten theil von der Trantowschen Pension über sich nehmen v. solchem nach am füglichsten dem ansehen zu Vermehrung Königl. Maÿst. interrese auszubringen.

Wegen der Schwinger Mühle und was derselbe giebt vid. Trantower Describtion.

Aussaedt ist allhie dem berichte Nach

Rogken schlagt ist in dießen jahr 20 drtd: Rogken ingeseÿt

im Gersten Schlag Gersten 12 drt:, Habern 2 [drt:] 6 schefl., Buchweitzen 8 [schefl.], [ergibt] 15 drtd: 2 schefl.

Im Brackschlag kan in geseÿt werden 13 drtd: 6 schefl.

Waß mehr hirbeÿ zu observiren besiehe die Außrechnung.

 U 166 

Areal Aus Rechnungh des wüsten dorffs und Schäffereÿ Schwinge - welches im Loitzer Ambt und Kirchspiel - und itzo beÿ dem Guth Trantow gelegen. Ao 1697 im Julio abgemessen worden

Der Acker

Follget Erstlich der acker so der Haubtman Rasch den Voerbener abgenommen v. nach Schwingh geleget - ist sonst der best acker beÿ dießen Gütern

[I] 78M 60R
Ia, 1 [Stück], wollgemengten schwärtzlichen grundt, dießes jahr Brack gelegen, 15M 90R
Ib, 1 [Stück], imgl. frucht bahren leim gemengten boedem - zum Gersten schlag gehörig, 14M 120R
Ic, 1 [Stück], dito ist untenwertz niedrig sonst guter boedem zum Haber oder Rogken schlag gelegen, 11M 270R
Id, 1 [Stück], etwas sandig und bekumpt kein mist, wens außgebauet mus 1 jahr od. 2 ruhen so trägts wieder, 6M 60R
Ie, 2 [Stücke], mehrentheils niedrig und kan nicht den durch graben geholffen werden, 17M 210R
If, 1 [Stück], zum Gersten Schlag gehörig nur - Sandigen grundt - doch ziml. Rogken landt, 12M 210R

Db - wüsten grünen acker zu - und zwischen Ie gelegen könte mit selbiger durch Graben leicht gebeßert werden und helt insich 9 Morgen 180 Ruten so unten unter den wüsten acker soll angeführt werden weill er aber unter den acker so von den Voerbeneren abgenomen - item ein wischen Ed von 1 Morgen 150 Ruten - auch darunter verstanden habe Es allhie bemercken wollen.

Nun follget waß sonst recht zu die schäffereÿ Schwinge gehörig v. belegen v.

[B,C] 146M

Ba, 1 [Stück], der Brackschlagh - von mittelmäßiger Höhe eben, vnd gelinde vermengten acker, 29M 60R
Bb, 1 [Stück], ein wenig Sandiger sonst auch ziml. Feldt, 7M
Bc, 1 [Stück], hoch belegen - und Sandig grundt, wie beÿ If erwehnt Gersten Schlag, 23M 270R

C all gantz mit Rogken beseÿt
Ca, 1 [Stück], gut mittelmäßig acker, gelinde zu bearbeiten kan dennoch allerlej korn tragen, 40M 30R
Cb, 3 [Stücke], hoch belegen und Sandiger jedoch noch dabeÿ etwaz vermengt, 28M 225R
Cd, 1 [Stück], am holltz belegen wovon theils außgerahdet - mittelmäßig acker, 4M 75R
Ce, 1 [Stück], in der Heide liegendt nur sandig v. mager, 5M 180R
Cf, 3 [Stücke], wörter - von guten Schwartzen Landt an des Dorff Stedte, 6M 30R
Cg, 1 [Stück], auff ein kleine Höhe woselbst auch ein Hauß gestanden - gut acker, 1M 30R

D Wüsten Acker

[D] 37M 195R
Da, 1 [Stück], mit Heide v. einigen bircken streuchern bewuchßen wüsten acker leicht zu Cultoviren, v. fein eben, 9M 240R
Db, von den Voerbenern davon oben meldung geschehen, 9M 180R
Dc, 1 [Stück], Eben wüsten mit Heide bewuchsen - theils ein wenig niedrig, 18M 75R

E Wischen - und Wiesewachs

[E] 11 Heufuder, 14M 285R
Ea, 2 [Stücke], von mittell mäßigen wachsthum, 4M 180R
Eb, 2 [Stücke], in den schlägen belegenen Flecken, werden wan die schläge beseÿt - gehegt, 255R
 U 167  Ec, 2 Stücken beide etwaz niedrig nur mager Starr Graß - der eine wirdt nach Schwing begatet von 1 Morgen 180 Ruten Die ander von 3 9/10 Morgen hat der Schopen Müller, zusammen 5M 150R
[Ed,Ee] 4M
Ed, 1 [Stück], nur mager und nur wan d. schlag beseÿt gehegt, gehört nach Vorben davon oben Erwehnt 1 ½ morgen
Ee, 1 [Stück], grunde im acker, od. Stremeln1  gleich fals vorhin nach Voerbeen gehört 2 ½ [morgen]

F Weide worunter Heide, Holtz, und büsche, Möhren und Morast begriffen

[F] 193M 30R
Fa, 1 [Stück], mit Bircken büschen v. Holltz bewuchsenen wüsten acker auff harten grundt, 25M
Fb, 1 [Stück], mit Heide bewuchsenen gahr alten wüsten acker auff sandigen grundt könte woll weill Es gantz eben theils beackert werden, 13M 285R
Fc, 1 [Stück], dito ist aber theils uneben und mager und sonderl. zu nichts als Schaffweide zu gebrauchen, 54M 180R
Fd, 3 Stücken auff hart grundt mehren theilß mit weich holtz bewuchßen, und an den Saumen und Rändern, mit einigen großen Eichen, 7M
Fe, 4 kleine Grüne weide Flecken, 3M 255R
Ff ,1 ein Stück Grüne weide, soll vor mahls ein Fürstl. pferde Kuppel geweßen sein, 19M 180R
Fg, 3 [Stücke], Up den Kiwitt genandt, Sanck v. moraßig, und zur Weide wenig zu gebrauchen. Es könte dennoch Zur Noth einige Fuhder Hew allhie gesamlet werden Hirunter auch 2 kl. pöle verstanden, 15M 60R
Fh, 2 [Stücke], Tieffe Eller Brücher auff Sanck v. moraßig grundt - wenig nützl., 23M 210R
Fi, 2 Mühlen Deiche, die gantz bewuchsen sein, Dem ausehen nach grundt loß, umb her quebbicht mit Pusch und Rohr - kan nicht viell nützen alß daß letzte im winter zu bergen, 14M 270R
Fk, 1 [Stück], ein tieffe Eller bruch, davon mit Raden guten theilß zu wischen könte gebracht werden, 8M 210R
Fl, 1 [Stück], ein hohe magere Sandt brinck2 , uneben theilß zu verbeßerung d. mühlendemm begraben, 6M 180R

G Strase Hoeff und Hoff Ruhme beide zu Schwing v. Schoppen Mühle

[G] 11M 45R
Ga, 1 [Stück], Straße und Hoffruhme zu Schwing, 4M 120R
Gb, 1 [Stück], Kohl hoff daselbst des Schäffers von, 75R
Gc, 4 [Stücke], wege v. Driften item Schoppen Damm zusammen 5M 30R
Gd, 1 [Stück], Schoppen mühle v. hoffruhm daselbst, 120R
Ge, 2 kleine weide Kuppeln am Mühl Hause belegen Dem Müller gehörig, 240R
Gf, 1 [Stück], deßelben Kohlgarten, 60R

S[umm]a

Cultowirter acker: 224M 60R
wüsten acker: 37M 195R
wischen: 14M 285R
Fuhder Hew: 11
Heide, Holtz und weide: 193M 30R
Straße v. Hofruhme: 11M 45R

 RRev 327   URev 17 

Am 16. Juli 1705 wurde das Dorf Schwinge revidiert und wie folgt befunden

Neuer Acker, seit der letzten Vermessung bewirtschaftet

[D1-D4,F5-F8] 77M 90R
D1, ein Stück, vom wüsten Acker Da bewirtschaftet, ist ebener Sandboden und wird in drei Schlägen zum Feld C bestellt, 6M 240R
D2, ein Stück, vom wüsten Acker Db bewirtschaftet, ist humushaltiger Sandboden, war jetzt mit Gerste besät, wird in drei Schlägen zum Feld Ic bestellt, 8M 135R
D3, zwei Stücke, von Dc bewirtschaftet, ist von gleicher Güte wie D2 und wird in drei Schlägen zum Feld B bestellt, ergibt 11M 210R
D4, ein Stück, auch von Dc bewirtschaftet, ist aber etwas niedriger gelegen, wird auch zu B bestellt, 2M 180R
F5, ein Stück, vom wüsten Acker Fa bewirtschaftet, ist ebener Sandboden und wird zum Feld C bestellt, 1M 180R
F6, ein Stück, von Fb bewirtschaftet, ist ebener Sandboden und wird zum Feld Bc bestellt, war jetzt mit Roggen besät, 12M
 RRev 328   URev 18  F7, zwei Stücke, von Fc bewirtschaftet, ist ebener Sand, wird auch mit dem Feld B mitbestellt, 7M 30R
F8, zwei Stücke, erst kürzlich vom wüsten Acker Fc bewirtschaftet, ist ebener Sandboden und wird in drei Schlägen zum Feld C bestellt, 27M 15R

Beschreibung vom übrigen wüsten Acker

Da, das Übrige von Da ist von ¼ Elle ebenen Sandbodens, kann wohl auch zur Kultivierung dienen.

Aber das Übrige von Db kann wegen seiner Niedrigkeit nicht bewirtschaftet werden, sondern wird als Wiese genutzt, wenn das Feld I besät wird.

Das Übrige von Dc wird sowohl als Wiese als auch als Weide genutzt, ist als Acker wegen seiner Niedrigkeit ungeeignet.

Fa, von Fa, mit Nr. 1 bezeichnet, könnte wohl zur Kultivierung geeignet sein, weil es ziemlich hoch liegt, von ebenem Sand  RRev 329   URev 19  ½ [Elle] dick, ist aber mit kleinen Büschen und Heidekraut überall bewachsen, 7M 210R
Das Übrige von Fa kann nicht bewirtschaftet werden, denn es ist vollständig mit alten und jungen Eichen bewachsen, ist zur Kultivierung ungeeignet.

Fb, das Übrige von Fb, mit Nr. 2 bezeichnet, ist ebener Sandboden mit kleinem Heidekraut bewachsen, kann wohl auch bewirtschaftet werden, 60R
Das Übrige von Fb sind lauter Wege, können nicht bewirtschaftet werden.

Das Übrige von Fc ist von gleicher Beschaffenheit, kann auch bewirtschaftet werden.

Fd lag jetzt wie früher wüst, ist mit Büschen und Heidekraut bewachsen. Es schien nicht als Acker wegen der Hügel und Senken geeignet zu sein.

Sonst gibt es hier nichts, weder von der Wiese noch vom Weideland, das als Acker geeignet sein könnte, denn es ist alles sehr niedrig.

[Summe von Fa, Fb] 7M 270R

Summe

neuer Acker: 77M 90R

Bestandssignaturen: anzeigen
Übersetzung: 2011, Anke Maiwald M.A.
Namen der Landmesser:
Hauptvermessung: Johan Petersen
Revision: Ab. Wulff, Johan Hesselgren
Anmerkungen:

1 Ein Stremel ist ein langes schmales Stück Land. Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 152.

2 Brink: ein grüner Platz ohne Bäume, in Holzungen, Feldrändern oder Wäldern.  Dähnert, Johann Carl: Platt-Deutsches Wörter-Buch nach der alten und neuen Pommerschen und Rügischen Mundart, Stralsund 1781, S. 55.